missverstandnis

Der Schlagring drapierte, war Schmuck. Und er schwang den seltsamen Klunker so gleichgültig durch die Luft, als die Worte kullerten, dass man irgendwie vermutete, er sorgte sich nicht mehr um Alltagskram und wüsste immer, wovon er sprach. Zwischen dem einen oder anderen Satz, dem ein oder anderen trüben Blick, luden seine Augen nämlich in eine Tiefe ein, deren Anziehungskraft jeder auf den Leim ging. Man stelle es sich wie eine Attraktion vor, die im Vorbeigehen bemerkt wird und ausnahmslos jeden stehen bleiben lässt. So war er – unersättlich sog er die Aufmerksamkeit aller auf. „“ Weiterlesen

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Mit suchendem Gefinger und Durst durchdrungenen Blicks heftete die junge Frau sich an den jungen Mann. Froh und erquickt, endlich da zu sein, zierte ein Lächeln ihren Kopf. Er werde da sein, für sie allein, für ihr Dasein ganz allein… Das hieß es doch, angekommen zu sein: Gefahr laufen, des Andern lebenden, pochenden Körper zu verschlingen, derart, dass sich jede Pore paart vor Angst. Knochen keilten sich ineinander, die schwitzende Haut schmatzte ein lüsternes Lied, man tropfte und triefte und schnaubte und schniefte.

Als Durst wie Tastdrang jedoch nur seicht befriedigt schienen, höhlten diese die Frau nur mehr aus. Ihr Gesicht verknitterte sich daraufhin finster; „“ Weiterlesen